Antikapitalismus für alle ... |  |
Von Ezequiel Adamovsky
Abbildungen: Illustradores Unidos
 AntikapitalistInnen sind im Grunde alle von uns, die das Gefühl haben, dass ein Großteil des Leidens auf der Welt durch ein ungerechtes Gesellschaftssystem verursacht wird: den Kapitalismus. Seit der Herausbildung dieses Systems vor mehreren Jahrhunderten haben sich viele Menschen dagegen gewehrt. Seitdem kämpfen AntikapitalistInnen in vielen Formen und an vielen Plätzen für eine andere Gesellschaft.
Der neue Antikapitalismus ist Erbe der vergangenen Kämpfe. Aber natürlich ist er anders – weil er aus der Vergangenheit gelernt hat. In den Medien hört man die Sprachrohre der Mächtigen häufig sagen, dass es sich bei der Suche nach einer anderen Welt nur um eine Utopie handele, um nur etwas mehr als gute Absichten, ohne konkrete Vorschläge. Tatsächlich hat der neue Antikapitalismus kein einheitliches und geschlossenes Programm – und das ist gut so, um nicht das alte müde Rad der Geschichte zu drehen: die Macht zu ergreifen, und durch Macht die Welt verbessern zu wollen. Das heißt nicht, dass der Antikapitalismus keine konkrete Ideen davon hat, wie die Welt zu verändern ist.
 Das Buch beinhaltet eine Analyse des Kapitalismus, eine alternative Erzählung der Geschichte emanzipatorischer Bewegungen, die Unterschiede zwischen dem neuen Antikapitalismus und der traditionellen Linken, und eine Reihe neuer Vorschläge, um die Welt in sehr konkreten Schritten zu verändern.
Außerdem untersucht es das Entstehen neuer Politikformen. Dies geschieht zum einen anhand praktischer Beispiele wie Bewegungen von Bauern, Indigenen, ArbeiterInnen, Frauen, MigrantInnen und UmweltschützerInnen, von Indien bis Lateinamerika und von Europa bis Südafrika. Damit verbunden geht es auch darum: Was ist der Unterschied zwischen Direkter Aktion und Zivilem Ungehorsam? Wie funktionoiert horizontale Organisierung? Und was will die globale Widerstandsbewegung?
Zum anderen geht das Buch auf junge und mit diesen Kämpfen verbundene politische Theorien ein, und beantwortet Fragen wie: Was wollen uns Begriffe wie Empire und Multitude sagen? Woraus besteht Bio-Macht? Wer spricht von Gegenmacht, wer von Anti-Macht, und warum?
 Karl Marx, Michail Bakunin, Charles Fourier, Emiliano Zapata, Rosa Luxemburg oder Antonio Gramsci kommen hier ebenso vor mit ihren Gedanken wie Che Guevara, Subcomandante Marcos, Toni Negri und Michael Hardt, Naomi Klein, Gilles Deleuze und Félix Guattari, John Holloway, John Jordan, ...
 Antikapitalismus für alle ist vom Standpunkt der neuen Sozialen Bewegungen und einem neuen, radikalen politischen Denken heraus verfasst. Der Autor Ezequiel Adamovsky schreibt seit Jahren für Magazine verschiedener Länder (vgl. u.a. www.zmag.org/ www.zmag.de), und traf innerhalb der Bewegungen im argentinischen Aufstand nach 2001 auf die Gruppe Illustradores Unidos, welche die Abbildungen gezeichnet haben – denn dieses Buch ist ein Comic!
 ..und eine ´Werkzeugkiste´. Es soll helfen, den Kapitalismus zu überwinden und neue Welten zu entdecken.
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178 S., 9,90 Euro
ISBN: 978-3-320-02109-2
Verlag: Karl Dietz Verlag Berlin
Erschienen: 2007/05
 Zu bestellen im Buchhandel oder unter
http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=440&backPID=440&tt_products=374&type=0Â