*"Bahn unterm Hammer" - eine Rezension *
von Klaus Ihlau
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Ein Film über die Bahn und zum Thema Bahnprivatisierung kommt in die Kinos. Davon gab's schon viele? Diese Dokumentation ist anders. Neu ist nicht nur, dass diese kritische Dokumentation komplett durch Spenden finanziert wurde -- Fernsehanstalten wollten sich nicht die Hände verbrennen. Es ist ein Film der Gegensätze aufzeigt und nach dem Anschauen Neutralität nicht mehr zulässt.
Neben dem Bild des durch die Morgensonne gleichsam vergoldet erscheinenden ICE auf der steuerfinanzierten Neubau-Hochgeschwindigkeitsstrecke stehen die überwucherten und verrosteten Schienenpaare irgendwo in der Fläche. Sie führen ins Nirgendwo oder gleich auf den Prellbock. Symbolisch für den Abbau von Mobilität schildert uns der Bürgenmeister des abgehängten Bahnhofs Tiefensee seine Nöte. Nomen est Omen: Im Verkehrsministerium ist gerade ein Gesetzentwurf zur Privatisierung entstanden; ein Gesetz, das juristisch mehr als umstritten ist.
Aber nicht nur auf unser Land wird der Blick gelenkt. Am Beispiel Großbritannien werden die negativen Folgen einer Bahnprivatisierung
aufgezeigt; unser Nachbarland Schweiz könnte Vorbild sein
Die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz zeigen in 60 Minuten, wie die Bahn bereits seit Jahren auf Privatisierungskurs gesteuert wird und welche fatalen Folgen dies für die Kunden und für das Klima hat: "Je länger wir für den Film recherchiert und gedreht haben, desto irrsinniger erschien uns die Bahnprivatisierung", sagen die Filmemacher Lorenz und Franke über den Werdegang des Films. "Es gibt keinen sachlichen Grund für die Privatisierung, Bahn- und Wirtschaftsexperten raten ab, aber es gibt einen enormen Druck auf die Politik, die Bahn zu verkaufen. Am besten mit Gleis und Bahnhof und allen Zügen."
Am Sonnabend, den 17.03. 2007 um 20:00 Uhr ist Premiere. Danach Diskussion mit den Filmemachern, mit Hermann Scheer, Frank Bsirske, Lukas Zeise und Winfried Wolf. Im Kino Babylon-Mitte in Berlin.