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Store Wars

Regie: Louis Fox, USA 2005, Animation, 7 Min., OF


Liebevolle „Star Wars“-Parodie zum Thema Bioernährung kontra Ernährung mit Lebensmitteln aus industrieller Massenproduktion. Von den MacherInnen von „The Meatrix“

www.storewars.org


Can´t do it in Europe

Regie: Anna Weitz, Chile, Bolivien, Schweden 2005, Doku., 46 Min., OmeU


Ein Film über den Zynismus des alternativen Tourismus. „Gegen Massentourismus grenzt sich der Individualreisende durch Rucksack und den alternativen Reiseführer Lonely Planet unter den Arm geklemmt entschieden ab. Von dieser Spezies der Gattung Tourist, dessen Einzelexemplare verstärkt über die abgelegensten Regionen dieses Planeten herfallen, berichtet "Can't do it in Europe". Reiseziel Bolivien. Besuch der Silberminen von Potosi. Echte Minenarbeiter. In Originalkluft. Unter Arbeitsbedingungen wie im 19. Jahrhundert. Der Tourist kann ihnen sogar bei der Arbeit zuschauen. Und sich dabei ein klein wenig wie einer von ihnen fühlen, trägt er doch die gleiche Kluft wie die Mineros. Ohne hämischen Unterton, allenfalls verwundert und überrascht von der Unbekümmertheit, mit der Besucher ihre Motive und Gefühle erklären, gelingt den Filmemacherinnen eine fein abgestimmte Nahaufnahme des Abenteuer-Tourismus und dessen grundlegenden Missverständnis: Denn es geht nicht darum, die Kultur des Anderen kennen zu lernen, sondern bestenfalls um Langeweile und Aussicht auf Zerstreuung. Es gibt sogar welche, die wollen mitarbeiten, erzählt einer der Mineros, aber das geht natürlich nicht. Denn Touristen seien es gewohnt, Ausflüge zu machen und sich zu amüsieren, egal wo sie sind. Damit beschreibt dieser Mann, der sein Leben keine Schule besucht hat, die Grundlagen einer mobilen Klassengesellschaft im globalen Maßstab. Wir reisen – ihr arbeitet.“ (M. H., Dokfilmfestival Leipzig)

www.iz3w.org



We feed the world

Regie: Erwin Wagenhofer, A 2005, Doku., 95 Min., OF


Jedes Kind das heute an Hunger stirbt, wird ermordet“, sagt Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der uns in einer Reihe von Interviews durch diesen Film führt.
Der Filmemacher Erwin Wagenhofer nimmt die Spur unserer Lebensmittel auf in einer globalisierten Welt. Sein Film erzählt in eindrucksvollen Bildern von Phänomen wie Hunger und Überfluss, Preisdruck, Industrialisierung, Massenproduktion und Konzernmacht. Wir begegnen Fischern in Frankreich, Tomatenpflückern in Andalusien, Saatgutkonzernen in Rumänien, Sojaanbauern in Brasilien und dem Konzernchef von Nestlé International.
Dabei wird auf eindrückliche Weise deutlich, was z.B. Hunger in Brasilien und die Abholzung Amazoniens mit der Weltbank sowie der Geflügelzucht in Österreich und was europäisches Agrardumping mit eingewanderten Landarbeitern in Spanien zu tun haben.

http://www.fian.de
http://viacampesina.org
http://www.attac.de/agrarnetz/



La tierra es de quien la trabaja (Das Land denen, die es bearbeiten)

Regie: Moisés / Caracol V, Mexico 2004, Doku., 15 Min., OmU


Wie organisieren Zapatisten ihren Alltag in Chiapas, im umstrittenen Süden Mexicos? Einblick in ein lebendiges Experiment. Dazu wird ein eindrückliches Bild der Konfrontation zwischen einer autonomen Zapatistengemeinde und einer Regierungsbehörde gezeichnet (La tierra para los que la trabajan). Leben kann vor allem, wer Land für den selbstbestimmten Anbau von Nahrungsmitteln hat - und das eben besetzten die Zapatisten entgegen aller Ansprüche der Regierung auf Grund und Boden.


Caracoles - Los nuevos caminos de la resistencia (Schnecken - Die neuen Wege des Widerstands)

Regie: Colektivo de Videografos, Mexico 2003, Doku., 42 Min., OmU

Ein wesentlicher Teil der Selbstverwaltung in den Gemeinden sind die "Caracoles", die Schnecken, als tragendes Element der neuen zapatistischen Organisationsform. Dabei symbolisiert das Bild der Schnecke den Pfad der Entscheidungsfindung mit seinen politischen Diskursen und der Weitergabe der getroffenen Entscheidungen. Durch den Eingang des Schneckenhauses betreten die Zapatisten den Pfad kollektiver Auseinandersetzung, um in der Spirale den Stimmen aller Beteiligten Gehör zu gewähren. Das Zentrum steht für den angestrebten Konsens. Alle so getroffenen Beschlüsse wiederum verlassen das Schneckenhaus durch die Spirale, um nach außen kommuniziert zu werden.

La Lucha del Agua (Der Kampf um Wasser)

Regie: Nicolás Israel, Mexico 2003, Doku., 14 Min., OmU

In „La lucha del Agua“ baut eine Zapatistengemeinde mit Hilfe umliegender Gemeinden ein unabhängiges System der Trinkwasserversorgung auf. Dieses Konzept trägt dazu bei, Krankheiten zu bekämpfen und die Trinkwasserquellen zu schützen. Der zapatistische Kampf um Wasser reiht sich ein in die Widerstandsbewegung gegen die einseitigen Entwicklungspläne der mexikanischen Regierung.

www.promedios.org

www.ila-bonn.de/ezln/ezln.htm

www.fdcl-berlin.de



Orange Farm Water Crisis (Wasserprivatisierung in Südafrika)

Regie: Christina Hotz/Agostino Imondi; Südafrika/NL 2004; Doku; 17 Min.; OmU


Orange Farm ist Südafrikas größte informelle Siedlung. Sie entstand während der Apartheid. Dort leben ca. 1,5 Mio. Menschen. 60-80% sind arbeitslos. Die von Weltbank, IWF und neuerdings UNO forcierte Privatisierung treibt ihre Blühten: Der französische Konzern „Suez-Lyonnaise“ lässt Zähler an öffentlichen Wasserleitungen anbringen. Bezahlt wird im voraus mit einer Chipkarte. Wer kann Geld hat, geht buchstäblich leer aus. Krankheiten wie Cholera breiten sich aus. Brände können nicht mehr gelöscht werden. Diverse Gruppen und Initiativen kämpfen dagegen an und entfernen u.a. die Wasserzähler, um Wasser für alle wieder zugänglich zu machen.


Wasser unterm Hammer

Regie: Leslie Franke, Hermann Lorenz, Deutschland 2005, Doku., 57 Min., OF


Eine haarsträubende Dokumentation über Strategien und Praktiken der Akteure der Wasser-Privatisierungen und ihre verheerenden Konsequenzen für Mensch und Natur. In unaufgeregten Bildern schildert der Film Fälle aus London, Kiel, Hamburg, Münster und Berlin, die für Aufregung nicht nur in den Konzernzentralen sorgen. Konnte in Hamburg die geplante Privatisierung der Wasserwerke durch ein erfolgreiches Volksbegehren 2004 vorerst verhindert werden, herrschen in Berlin zwei Global Player über den wertvollen Wasserschatz: der französische Riese "Veolia" und die zum deutschen RWE-Konzern gehörende "Thames Water". Mit verheerenden Konsequenzen für die Stadt: Seit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe 1999 ist die Zahl der Angestellten um über 2000 gesunken, die Wasserpreise steigen über dreißig Prozent und allein im Jahr 2004 verzichtete Berlin auf 41,2 Millionen Euro Einnahmen für den Haushalt, um dem Konsortium eine jährliche Renditegarantie von acht Prozent zu sichern. Bei einem dreistelligen Millonen-Bilanzgewinn kündigen die Berliner Wasserwerke weitere Senkungen der Personalkosten um 60 Mio. Euro an. Der Unmut in der Stadt wächst, die Berliner Verbraucherzentrale ruft auf zur Aktion “Stopp den Wasserpreis” und Stimmen werden laut, auch von anderen Widerstandskämpfen zu lernen.

www.wasser-in-buergerhand.de
www.menschen-recht-wasser.de
www.attac.de/gats/wasser


Granito de Arena

Regie: Jill Freidberg, Mexiko/USA 2005, Doku, 60 Minuten, OmU


Seit mehr als 20 Jahren demontieren globale Wirtschaftskräfte das öffentliche Bildungswesen in Mexiko. Seit 25 Jahren verteidigen hunderte Lehrer und Lehrerinnen die öffentlichen Schulen. Ihre Gewaltlosigkeit überraschte Mexiko und überdauert brutale Repression. Was sollen wir von einer Coca Cola- oder Ford-Schule halten? Dieser Dokumentarfilm ist essentiell, um die Krise zu verstehen, in der sich das öffentliche Bildungssystem in Lateinamerika befindet. Er wirft wichtige Fragen über Demokratie, Souveränität und das Recht auf Bildung auf. Im Film kommen u.a. die SchriftstellerInnen Eduardo Galeano und Maude Barlow zu Wort.

www.corrugate.org/taxonomy/term/2?from=24


Eviannaive

Regie: Verena Varas, Laurent Notaro, D 2005, Doku., 80 Min., OF


Vom 1. bis 3. Juni 2003 treffen sich die Herren des Clubs der reichsten Länder der Welt (G7/8) in Evian, Frankreich. Eine Handvoll junger AktivistInnen aus Berlin organisiert einen Sonderzug, um gegen diesen G8-Gipfel zu mobilisieren und das Treffen „im besten Sinne zu verhindern“.
Der Film begleitet den Zug und seine mehr als Tausend Fahrgäste auf der Fahrt nach Genf und ins „Village Intergalaktique“, dem internationalen Protestcamp. Dort werden unter basisdemokratischen Gesichtspunkten die Aktionen des zivilen Ungehorsams und die Blockade der Zufahrtsstrassen nach Evian gemeinsam geplant und vorbereitet.
Parallel dazu erzählen Aktivistinnen in Einzelinterviews was sie dazu bewegt hat den Kampf gegen die „nicht gewählte Weltregierung“ aufzunehmen, von ihren Hoffnungen, Befürchtungen und der anderen Welt.

http://www.eviannaive.net/
www.antig8.info
www.attac.de/blogs/g8/de.dissent.org.uk



Leben nach Microsoft

Regie: Belz und Regina Schilling, D 2001, Doku., 60 Min., OF


"Du kannst Bill verlassen, aber du wirst ihn niemals los werden." (Douglas Coupland: "Microslaves")

Dieser Film über Microsoft-Aussteiger wirft einen kritischen, ernüchternden Blick auf das Gates-Imperium und auf Arbeitsstrukturen, die die Strukturen des 21. Jahrhunderts sein werden.



Kick it like Frankreich. Der Aufstand der Studenten

Regie: Martin Keßler, D 2006, Doku, 90 Min. OF


Warum haben wir in Deutschland keine französischen Verhältnisse? Was treibt die Studenten zu immer heftigeren Protesten? Was hat der Kampf gegen Studiengebühren mit dem Widerstand gegen Hartz IV zu tun?


Die neue Wut hat inzwischen auch die Studenten erfasst. Ob in Hamburg,

Nordrhein-Westfalen oder in Hessen; Tausende Studenten gehen auf die

Straße, um gegen die Einführung von allgemeinen Studiengebühren zu

protestieren. Für das Recht auf kostenlose Bildung, gegen die schleichende

Privatisierung des Bildungswesens und die soziale Ausgrenzung von Studenten

aus einkommensschwachen Familien. Das neueWUT-Team hat den Protest der

Studenten in Hessen von Anfang an begleitet. War bei den wöchentlichen

Demonstrationen hautnah dabei, hat dokumentiert, wie Autobahnen blockiert

oder während der WM der Frankfurter Hauptbahnhof lahm gelegt wurden.

Immer öfter ist von «französischen Verhältnissen» die Rede, werden

die erfolgreichen Massendemonstrationen von Schülern, Studenten und

Gewerkschaftern gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes im Nachbarland

zum großen Vorbild.


www.neuewut.de




Black Deutschland

Regie: Oliver Hardt, D 2005, Doku., 55 Min., OmU


In BLACK DEUTSCHLAND erzählen schwarze Deutsche und in Deutschland lebende Schwarze über ihr Leben und ihren Alltag. Ihre Geschichten stehen im krassen Widerspruch zu den geläufigen Klischees und Meinungen, die über Menschen schwarzer Hautfarbe verbreitet werden. "Warum sind automatisch alle Leute, die schwarz sind, nicht deutsch?", fragt Noah, Radiomoderatorin und Sängerin in Hamburg. Vincent, Barkeeper und Publizistik-Student in Berlin, sagt: "Ich bin 1986 nach Berlin gekommen und bin damit auch ziemlich zufrieden. Ich habe sozusagen eine zweite Heimat hier gefunden."
"Ich bin Neger, und ich bin Sachse", sagt Sam Meffire, Streetworker und Ex-Polizist aus Dresden. Tyron ist Schauspieler und Musiker und lebt in Berlin. "Ich war mit meinem Vater in Jamaika", sagt er, "und dann allein in Ghana. Ich habe mich da sehr wohl gefühlt, aber ich bin weder Jamaikaner noch Afrikaner.
Ich bin ein schwarzer Deutscher". "Ich lebe jetzt seit sieben Jahren in Berlin", sagt der US-amerikanische Schriftsteller Darius, "aber außerhalb meiner Wohnung gibt es nur ein paar Orte, an denen ich mich sicher fühle".


www.derbraunemob.de

www.isdoneline.de

www.blackdeutschland.de


BLACK DEUTSCHLAND

Ein Film von Oliver Hardt

VINCENT: "Als ich nach Deutschland kam und deutsch lernte, da hieß es, Neger bedeutet schwarze Person. Das war soweit ok. Ich habe im Wörterbuch nachgeschaut und tatsächlich bedeutete es schwarze Person. Aber wenn du dann auf der Strasse hörst: Nee, das mach ich nicht für dich, ich bin doch nicht dein Neger, dann fängst du an nachzudenken."

Der Dokumentarfilm BLACK DEUTSCHLAND ist eine intime Studie über das Denken und Fühlen einer gar nicht so kleinen Minderheit, über schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland.

Awards : Intermedia Globe Silver Award, World Media Festival Hamburg 2006, Nominierung Hessischer Filmpreis 2006

Mit Darius James, Sam Meffire, Vincent Mewanu, Tyron Ricketts, Noah Sow u.a.

SZ-Interview mit Regisseur Oliver Hardt (>>download PDF)

arte-Interview mit der Historikerin Nicola Lauré al-Samarai (>>download PDF)



Abschiebung im Morgengrauen

Regie: Michael Richter, D 2005, Doku., 46 Min., OF


Etwa 20.000 Menschen leben allein in Hamburg behördlich "geduldet", aber ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele von ihnen sind Kriegsflüchtlinge, die kein Asyl erhielten, die aber gleichwohl nicht abgeschoben werden durften. Sobald sich die Situation im Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert, stehen sie auf den Abschiebungslisten.

Ein Kamerateam des NDR begleitet Beamte der Ausländerbehörde bei der nächtlichen Abschiebung, die sich normalerweise hinter den Fenstern anonym abspielt. Die Menschen haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, dennoch ist ihre Gnadenfrist jetzt vorbei.

In der Zentralen Ausländerbehörde Hamburg, "Abschnitt für Rückführungsangelegenheiten", wird entschieden wer bleiben darf und wer gehen muss. Nach welchen Kriterien urteilen die Mitarbeiter des Amtes, wie gehen sie mit den Menschen um, über deren Schicksal sie auf oft dramatische Art mitentscheiden? "Wir buchen, Sie fluchen - mit freundlicher Unterstützung des Reisebüros Never-Come-Back-Airlines" - den zynischen Spruch auf dem Amts-Bildschirm kann jeder lesen.

Nicht nur die systematische, sondern insbesondere auch die rechtswidrige Unmenschlichkeit, die in den Behörden Alltag ist, wird hier deutlich. Ein Versuch öffentlich zu machen, was sich jeden Tag, jede Nacht mitten in Deutschland abspielt. Abseits des medialen und politischen Mainstreams.

Die Reportage wurde mit dem Europäischen CIVIS-Medienpreis 2005 ausgezeichnet und zum Grimme Preis nominiert.

www.rechtauflegalisierung.de
www.fluchtpunkt-hh.de
www.fluechtlingsrat-berlin.de



Working Man’s Death

Michael Glawogger/ 2005 / 122 Min. / 35mm


1935 wird der Sowjetische Bergmann Aleksej Stachanov zum Helden der Arbeit. 102 Tonnen Kohle in einer Schicht - ein nie da gewesener Rekord. Er wird damit zum Star, zum Helden, zum Politiker und zur Legende. Eine Stadt im Donbass und eine Bewegung werden nach ihm benannt, eine riesige Statue wird errichtet. Krasni Lutsch, Ukraine. Dort, wo einst Stachanov seine Rekorde setzte, arbeiten heute Tatjana, Valodja und Vassili in einer selbst gegrabenen, nicht mehr als 40cm hohen Mine. Sie bauen Kohle für den Eigenbedarf ab und leben von der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie sind die neuen HELDEN des Donbass.

Ostjava, Indonesien. Pak Agus trägt seit dreißig Jahren Schwefel vom Krater des Berges Kawa Ijen ins Tal. Er benutzt dazu zwei mit einer Stange verbundene Körbe, auf seinen Schultern liegt eine Last von 70 bis 100 Kilo. Da der Vulkan auch ein beliebtes Ausflugsziel für in- und ausländische Touristen ist, führt ihn sein täglicher Weg vorbei an Schaulustigen, die ihn und seine Kollegen bestaunen, befragen, bewundern und fotografieren. Sie sind wie GEISTER aus einer vergangenen Zeit. Bunmi Onokoya und seine Kollegen schlachten, rösten, waschen, häuten, zerteilen, schleppen, handeln, laufen und schreien von morgens bis mittags. In dieser Zeit werden an die 350 Ziegen und fast ebenso viele Stiere vom lebenden Tier zum verkaufsfertigen Fleisch verarbeitet.

Die Arbeiter in Port Harcourt, Nigeria sind stolz, laut und fröhlich. Schließlich sind sie dafür verantwortlich, dass ihre Landsleute zu essen haben. Sie sind selbstbewusst und stark wie LÖWEN. Dawa Khan ist eigentlich Bauer. Aber in seinem Dorf reichen die Erträge nicht mehr zum Leben. So arbeitet er in Gaddani, Pakistan. Er und hunderte Andere zerlegen mit mehr oder weniger bloßen Händen alte Tankschiffe, verarbeiten den Schrott aus dem Rest der Welt. Mit strengstem Gottvertrauen und im kollektiven Bewusstsein, dass sie BRÜDER im Geiste und im Leid sind, begegnen sie der täglichen Lebensgefahr von Explosionen und herabstürzenden Trümmern.

Doch die ZUKUNFT findet in China statt. Im Stahlwerk von Anshan in der Provinz Liaoning glaubt man an den Aufschwung und an ein besseres Morgen. An das Moderne, an Wissen und Technik statt blinden Einsatz. An neue Hochöfen mit klingenden Namen wie „Die neue Nummer 1“ und an die eigene Identität. Von Chinesen für Chinesen.

Bei Duisburg in Deutschland ist man in der Zukunft schon angekommen. Auch dort wurden die Hochöfen längst stillgelegt, aber in der Nacht sind sie knallbunt beleuchtet. Grün, rot, blau und gelb funkelt die riesige Anlage. Darunter verschwindet der Rost. Einst ein Monument der Arbeit, heute ein Freizeitpark. Und unter Stachanovs Statue findet noch immer jeden Samstag eine Hochzeit statt.

http://www.workingmansdeath.com


Verschwindet körperliche Schwerstarbeit, oder wird sie nur unsichtbar?
Wo ist sie im 21. Jahrhundert noch zu finden?
Workingman's Death folgt den Spuren von
HELDEN in die illegalen Minen
der Ukraine, spürt
GEISTER unter den Schwefelarbeitern in Indonesien
auf, begegnet
LÖWEN in einem Schlachthof in Nigeria, bewegt sich unter
BRÜDERN, die ein riesiges Tankschiff in Pakistan zerschneiden, und hofft
mit chinesischen Stahlarbeitern auf eine glorreiche
ZUKUNFT.

Die Zukunft ist aber mittlerweile in Deutschland angekommen, wo eine
ehemals wichtige Hochofenanlage in einen Freizeitpark verwandelt wurde.


»Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum sichtbar, manchmal
schwer erklärbar, und in vielen Fällen nicht darstellbar.
Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar, erklärbar, darstellbar.
Daher denke ich oft: sie ist die einzig wirkliche Arbeit.«
Michael Glawogger




5 Fabriken – Arbeiterkontrolle in Venezuela

Regie: Dario Azzellini / Oliver Ressler, D / Venezuela 2006, Doku, 81 Min.

In ihrem nach „Venezuela von unten“ (67 Min., 2004) zweiten Film über die politischen und sozialen Veränderungen in Venezuela richten Azzellini und Ressler in „5 Fabriken – Arbeiterkontrolle in Venezuela“ den Fokus auf den industriellen Sektor. Die Veränderungen im Produktionsbereich Venezuelas werden anhand von fünf Großunternehmen in unterschiedlichen Regionen dargestellt: eine Aluminiumhütte, ein Textilunternehmen, eine Tomatenfabrik, eine Kakaofabrik und eine Papierfabrik. Von den Beschäftigten erkämpft und durch Kredite der Regierung unterstützt, breiten sich in Venezuela verschiedene Formen der Mit- und Selbstverwaltung aus. „Die Versammlung ist praktisch der Chef des Unternehmens“, erklärt Rigoberto López von der Textilfabrik „Textileros del Táchira“ in San Cristóbal vor dampfenden Wannen. Und die Spulmaschinenarbeiterin Carmen Ortíz fasst die Erfahrung so zusammen: „In der Kooperative zu arbeiten ist viel besser, als für andere zu arbeiten, denn das ist wie ein Sklave der anderen zu sein.“

Die in den fünf Fabriken an den Produktionsorten aufgenommen ProtagonistInnen geben Einblicke in alternative Organisationsweisen und Modelle von Arbeiterkontrolle. Die Mechanismen und Schwierigkeiten der Selbstverwaltung werden ebenso geschildert wie die profanen Abläufe der Produktion. Die abgebildeten maschinellen Arbeitsprozesse könnten als Metapher für die Wunschmaschine „bolivarianischer Prozess“ gelesen werden und die Hoffnungen und Sehnsüchte, die dieser bei den ArbeiterInnen weckt.

Die Situation in den fünf Fabriken ist unterschiedlich, gemeinsam ist die Suche nach besseren Produktions- und Lebensmodellen. Dabei stehen nicht nur konkrete Verbesserungen für die ArbeiterInnen im Vordergrund. Aury Arocha, Laboranalystin der Ketchup-Fabrik „Tomates Guárico“, betont, der Unterschied von „Unternehmen sozialer Produktion“ zu kapitalistischen Unternehmen bestehe darin, dass die Kooperativen „für die Gemeinschaft arbeiten, im Sinne der Gesellschaft arbeiten.“ Und Carlos Lanz, Präsident der zweitgrößten Aluminiumfabrik Venezuelas, Alcasa, formuliert als Schlüsselfrage: „Wie macht ein Unternehmen im Rahmen des Kapitalismus Druck in Richtung Sozialismus?“

Der Film schließt mit einer längeren Sequenz aus einer Leitungssitzung von Alcasa, in der Diskussionen über die praktizierte Mitverwaltung in dem 2.700 ArbeiterInnen zählenden Unternehmen und die angestrebten Veränderungen der Produktionsverhältnisse geführt werden.

www.azzellini.net


BEATBOX COLOMBIA
Ein Dokumentarfilm von Dirk Lienig

SYNOPSIS
Sie nennen sich „Ghettos Clan“, „Topomental“, oder „Operando“. Sie
sind zwischen 19 und 29 Jahre alt. Ihre Leidenschaft ist Musik, Rapmusik. Ihre Heimat sind die Ghettos von Bogota und Cali, den größten Städten Kolumbiens. Diese Orte sind Brennpunkte eines der gefährlichsten Länder der Welt. „BEATBOX COLOMBIA“ begleitet junge Musiker, die in ihrem Sprechgesang von ihrem Alltag
erzählen: vom Bürgerkrieg, der Gewalt auf den Straßen, korrupten Politikern, den Ursachen des Konflikts, den Drogen, von Freunden, die nie wieder auftauchten, und vom Willen, trotz allem etwas zu verändern.

Gedreht ist der Film auf 8 mm und DVCAM, Flashanimationen sind eingearbeitet.

Einige Szenen wurden von den Protagonisten selbst gestaltet. Einen Tag lang gaben wir die Kameras aus
der Hand, zogen uns zurück und überließen die Beobachtung den Musikern.