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Wars
Regie:
Louis Fox, USA 2005, Animation, 7 Min., OF
Liebevolle
„Star Wars“-Parodie zum Thema Bioernährung kontra Ernährung
mit Lebensmitteln aus industrieller Massenproduktion. Von den
MacherInnen von „The Meatrix“
www.storewars.org
Can´t do it in Europe
Regie:
Anna Weitz, Chile, Bolivien, Schweden 2005, Doku., 46 Min., OmeU
Ein
Film über den Zynismus des alternativen Tourismus. „Gegen
Massentourismus grenzt sich der Individualreisende durch Rucksack und
den alternativen Reiseführer Lonely Planet unter den Arm
geklemmt entschieden ab. Von dieser Spezies der Gattung Tourist,
dessen Einzelexemplare verstärkt über die abgelegensten
Regionen dieses Planeten herfallen, berichtet "Can't do it in
Europe". Reiseziel Bolivien. Besuch der Silberminen von Potosi.
Echte Minenarbeiter. In Originalkluft. Unter Arbeitsbedingungen wie
im 19. Jahrhundert. Der Tourist kann ihnen sogar bei der Arbeit
zuschauen. Und sich dabei ein klein wenig wie einer von ihnen fühlen,
trägt er doch die gleiche Kluft wie die Mineros. Ohne hämischen
Unterton, allenfalls verwundert und überrascht von der
Unbekümmertheit, mit der Besucher ihre Motive und Gefühle
erklären, gelingt den Filmemacherinnen eine fein abgestimmte
Nahaufnahme des Abenteuer-Tourismus und dessen grundlegenden
Missverständnis: Denn es geht nicht darum, die Kultur des
Anderen kennen zu lernen, sondern bestenfalls um Langeweile und
Aussicht auf Zerstreuung. Es gibt sogar welche, die wollen
mitarbeiten, erzählt einer der Mineros, aber das geht natürlich
nicht. Denn Touristen seien es gewohnt, Ausflüge zu machen und
sich zu amüsieren, egal wo sie sind. Damit beschreibt dieser
Mann, der sein Leben keine Schule besucht hat, die Grundlagen einer
mobilen Klassengesellschaft im globalen Maßstab. Wir reisen –
ihr arbeitet.“ (M. H., Dokfilmfestival Leipzig)
www.iz3w.org
We feed the world
Regie:
Erwin Wagenhofer, A 2005, Doku., 95 Min., OF
„Jedes
Kind das heute an Hunger stirbt, wird ermordet“, sagt Jean Ziegler,
UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der uns in
einer Reihe von Interviews durch diesen Film führt.
Der
Filmemacher Erwin Wagenhofer nimmt die Spur unserer Lebensmittel auf
in einer globalisierten Welt. Sein Film erzählt in
eindrucksvollen Bildern von Phänomen wie Hunger und Überfluss,
Preisdruck, Industrialisierung, Massenproduktion und Konzernmacht.
Wir begegnen Fischern in Frankreich, Tomatenpflückern in
Andalusien, Saatgutkonzernen in Rumänien, Sojaanbauern in
Brasilien und dem Konzernchef von Nestlé International.
Dabei
wird auf eindrückliche Weise deutlich, was z.B. Hunger in
Brasilien und die Abholzung Amazoniens mit der Weltbank sowie der
Geflügelzucht in Österreich und was europäisches
Agrardumping mit eingewanderten Landarbeitern in Spanien zu tun
haben.
http://www.fian.de
http://viacampesina.org
http://www.attac.de/agrarnetz/
La tierra es de quien la trabaja (Das Land denen, die es bearbeiten)
Regie:
Moisés / Caracol V, Mexico 2004, Doku., 15 Min., OmU
Wie
organisieren Zapatisten ihren Alltag in Chiapas, im umstrittenen
Süden Mexicos? Einblick in ein lebendiges Experiment. Dazu wird
ein eindrückliches Bild der Konfrontation zwischen einer
autonomen Zapatistengemeinde und einer Regierungsbehörde
gezeichnet (La tierra para los que la trabajan). Leben kann vor
allem, wer Land für den selbstbestimmten Anbau von
Nahrungsmitteln hat - und das eben besetzten die Zapatisten entgegen
aller Ansprüche der Regierung auf Grund und Boden.
Caracoles - Los nuevos caminos de la resistencia (Schnecken - Die
neuen Wege des Widerstands)
Regie:
Colektivo de Videografos, Mexico 2003, Doku., 42 Min., OmU
Ein
wesentlicher Teil der Selbstverwaltung in den Gemeinden sind die
"Caracoles", die Schnecken, als tragendes Element der neuen
zapatistischen Organisationsform. Dabei symbolisiert das Bild der
Schnecke den Pfad der Entscheidungsfindung mit seinen politischen
Diskursen und der Weitergabe der getroffenen Entscheidungen. Durch
den Eingang des Schneckenhauses betreten die Zapatisten den Pfad
kollektiver Auseinandersetzung, um in der Spirale den Stimmen aller
Beteiligten Gehör zu gewähren. Das Zentrum steht für
den angestrebten Konsens. Alle so getroffenen Beschlüsse
wiederum verlassen das Schneckenhaus durch die Spirale, um nach außen
kommuniziert zu werden.
La Lucha del Agua (Der Kampf um Wasser)
Regie:
Nicolás Israel, Mexico 2003, Doku., 14 Min., OmU
In
„La lucha del Agua“ baut eine Zapatistengemeinde mit Hilfe
umliegender Gemeinden ein unabhängiges System der
Trinkwasserversorgung auf. Dieses Konzept trägt dazu bei,
Krankheiten zu bekämpfen und die Trinkwasserquellen zu schützen.
Der zapatistische Kampf um Wasser reiht sich ein in die
Widerstandsbewegung gegen die einseitigen Entwicklungspläne der
mexikanischen Regierung.
www.promedios.org
www.ila-bonn.de/ezln/ezln.htm
www.fdcl-berlin.de
Orange Farm Water Crisis (Wasserprivatisierung in Südafrika)
Regie:
Christina Hotz/Agostino Imondi; Südafrika/NL 2004; Doku; 17
Min.; OmU
Orange
Farm ist Südafrikas größte informelle Siedlung. Sie
entstand während der Apartheid. Dort leben ca. 1,5 Mio.
Menschen. 60-80% sind arbeitslos. Die von Weltbank, IWF und
neuerdings UNO forcierte Privatisierung treibt ihre Blühten: Der
französische Konzern „Suez-Lyonnaise“ lässt Zähler
an öffentlichen Wasserleitungen anbringen. Bezahlt wird im
voraus mit einer Chipkarte. Wer kann Geld hat, geht buchstäblich
leer aus. Krankheiten wie Cholera breiten sich aus. Brände
können nicht mehr gelöscht werden. Diverse Gruppen und
Initiativen kämpfen dagegen an und entfernen u.a. die
Wasserzähler, um Wasser für alle wieder zugänglich zu
machen.
Wasser unterm Hammer
Regie:
Leslie Franke, Hermann Lorenz, Deutschland 2005, Doku., 57 Min., OF
Eine
haarsträubende Dokumentation über Strategien und Praktiken
der Akteure der Wasser-Privatisierungen und ihre verheerenden
Konsequenzen für Mensch und Natur. In unaufgeregten Bildern
schildert der Film Fälle aus London, Kiel, Hamburg, Münster
und Berlin, die für Aufregung nicht nur in den Konzernzentralen
sorgen. Konnte in Hamburg die geplante Privatisierung der Wasserwerke
durch ein erfolgreiches Volksbegehren 2004 vorerst verhindert werden,
herrschen in Berlin zwei Global Player über den wertvollen
Wasserschatz: der französische Riese "Veolia" und die
zum deutschen RWE-Konzern gehörende "Thames Water".
Mit verheerenden Konsequenzen für die Stadt: Seit der
Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe 1999 ist die Zahl der
Angestellten um über 2000 gesunken, die Wasserpreise steigen
über dreißig Prozent und allein im Jahr 2004 verzichtete
Berlin auf 41,2 Millionen Euro Einnahmen für den Haushalt, um
dem Konsortium eine jährliche Renditegarantie von acht Prozent
zu sichern. Bei einem dreistelligen Millonen-Bilanzgewinn kündigen
die Berliner Wasserwerke weitere Senkungen der Personalkosten um 60
Mio. Euro an. Der Unmut in der Stadt wächst, die Berliner
Verbraucherzentrale ruft auf zur Aktion “Stopp den Wasserpreis”
und Stimmen werden laut, auch von anderen Widerstandskämpfen zu
lernen.
www.wasser-in-buergerhand.de
www.menschen-recht-wasser.de
www.attac.de/gats/wasser
Granito de Arena
Regie:
Jill Freidberg, Mexiko/USA 2005, Doku, 60 Minuten, OmU
Seit
mehr als 20 Jahren demontieren globale Wirtschaftskräfte das
öffentliche Bildungswesen in Mexiko. Seit 25 Jahren verteidigen
hunderte Lehrer und Lehrerinnen die öffentlichen Schulen. Ihre
Gewaltlosigkeit überraschte Mexiko und überdauert brutale
Repression. Was sollen wir von einer Coca Cola- oder Ford-Schule
halten? Dieser Dokumentarfilm ist essentiell, um die Krise zu
verstehen, in der sich das öffentliche Bildungssystem in
Lateinamerika befindet. Er wirft wichtige Fragen über
Demokratie, Souveränität und das Recht auf Bildung auf. Im
Film kommen u.a. die SchriftstellerInnen Eduardo Galeano und Maude
Barlow zu Wort.
www.corrugate.org/taxonomy/term/2?from=24
Eviannaive
Regie:
Verena Varas, Laurent Notaro, D 2005, Doku., 80 Min., OF
Vom
1. bis 3. Juni 2003 treffen sich die Herren des Clubs der reichsten
Länder der Welt (G7/8) in Evian, Frankreich. Eine Handvoll
junger AktivistInnen aus Berlin organisiert einen Sonderzug, um gegen
diesen G8-Gipfel zu mobilisieren und das Treffen „im besten Sinne
zu verhindern“.
Der Film begleitet den Zug und seine mehr als
Tausend Fahrgäste auf der Fahrt nach Genf und ins „Village
Intergalaktique“, dem internationalen Protestcamp. Dort werden
unter basisdemokratischen Gesichtspunkten die Aktionen des zivilen
Ungehorsams und die Blockade der Zufahrtsstrassen nach Evian
gemeinsam geplant und vorbereitet.
Parallel dazu erzählen
Aktivistinnen in Einzelinterviews was sie dazu bewegt hat den Kampf
gegen die „nicht gewählte Weltregierung“ aufzunehmen, von
ihren Hoffnungen, Befürchtungen und der anderen
Welt.
http://www.eviannaive.net/
www.antig8.info
www.attac.de/blogs/g8/de.dissent.org.uk
Leben nach Microsoft
Regie:
Belz und Regina Schilling, D 2001, Doku., 60 Min., OF
"Du
kannst Bill verlassen, aber du wirst ihn niemals los werden."
(Douglas Coupland: "Microslaves")
Dieser Film über
Microsoft-Aussteiger wirft einen kritischen, ernüchternden Blick
auf das Gates-Imperium und auf Arbeitsstrukturen, die die Strukturen
des 21. Jahrhunderts sein werden.
Kick it like Frankreich. Der Aufstand der Studenten
Regie:
Martin Keßler, D 2006, Doku, 90 Min. OF
Warum
haben wir in Deutschland keine französischen Verhältnisse?
Was treibt die Studenten zu immer heftigeren Protesten? Was hat der
Kampf gegen Studiengebühren mit dem Widerstand gegen Hartz IV zu
tun?
Die
neue Wut hat inzwischen auch die Studenten erfasst. Ob in Hamburg,
Nordrhein-Westfalen
oder in Hessen; Tausende Studenten gehen auf die
Straße,
um gegen die Einführung von allgemeinen Studiengebühren zu
protestieren.
Für das Recht auf kostenlose Bildung, gegen die schleichende
Privatisierung
des Bildungswesens und die soziale Ausgrenzung von Studenten
aus
einkommensschwachen Familien. Das neueWUT-Team hat den Protest der
Studenten
in Hessen von Anfang an begleitet. War bei den wöchentlichen
Demonstrationen
hautnah dabei, hat dokumentiert, wie Autobahnen blockiert
oder
während der WM der Frankfurter Hauptbahnhof lahm gelegt wurden.
Immer
öfter ist von «französischen Verhältnissen»
die Rede, werden
die
erfolgreichen Massendemonstrationen von Schülern, Studenten und
Gewerkschaftern
gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes im Nachbarland
zum
großen Vorbild.
www.neuewut.de
Black Deutschland
Regie:
Oliver Hardt, D 2005, Doku., 55 Min., OmU
In
BLACK DEUTSCHLAND erzählen schwarze Deutsche und in Deutschland
lebende Schwarze über ihr Leben und ihren Alltag. Ihre
Geschichten stehen im krassen Widerspruch zu den geläufigen
Klischees und Meinungen, die über Menschen schwarzer Hautfarbe
verbreitet werden. "Warum sind automatisch alle Leute, die
schwarz sind, nicht deutsch?", fragt Noah, Radiomoderatorin und
Sängerin in Hamburg. Vincent, Barkeeper und Publizistik-Student
in Berlin, sagt: "Ich bin 1986 nach Berlin gekommen und bin
damit auch ziemlich zufrieden. Ich habe sozusagen eine zweite Heimat
hier gefunden."
"Ich bin Neger, und ich bin Sachse",
sagt Sam Meffire, Streetworker und Ex-Polizist aus Dresden. Tyron ist
Schauspieler und Musiker und lebt in Berlin. "Ich war mit meinem
Vater in Jamaika", sagt er, "und dann allein in Ghana. Ich
habe mich da sehr wohl gefühlt, aber ich bin weder Jamaikaner
noch Afrikaner.
Ich bin ein schwarzer Deutscher". "Ich
lebe jetzt seit sieben Jahren in Berlin", sagt der
US-amerikanische Schriftsteller Darius, "aber außerhalb
meiner Wohnung gibt es nur ein paar Orte, an denen ich mich sicher
fühle".
www.derbraunemob.de
www.isdoneline.de
www.blackdeutschland.de
BLACK
DEUTSCHLAND
Ein
Film von Oliver Hardt
VINCENT:
"Als ich nach Deutschland kam und deutsch lernte, da hieß
es, Neger bedeutet schwarze Person. Das war soweit ok. Ich habe im
Wörterbuch nachgeschaut und tatsächlich bedeutete es
schwarze Person. Aber wenn du dann auf der Strasse hörst: Nee,
das mach ich nicht für dich, ich bin doch nicht dein Neger, dann
fängst du an nachzudenken."
Der
Dokumentarfilm BLACK DEUTSCHLAND ist eine intime Studie über das
Denken und Fühlen einer gar nicht so kleinen Minderheit, über
schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland.
Awards
: Intermedia Globe Silver Award, World Media Festival Hamburg 2006,
Nominierung Hessischer Filmpreis 2006
Mit
Darius James, Sam Meffire, Vincent Mewanu, Tyron Ricketts, Noah Sow
u.a.
SZ-Interview
mit Regisseur Oliver Hardt (>>download
PDF)
arte-Interview
mit der Historikerin Nicola Lauré al-Samarai (>>download
PDF)
Abschiebung im Morgengrauen
Regie:
Michael Richter, D 2005, Doku., 46 Min., OF
Etwa
20.000 Menschen leben allein in Hamburg behördlich "geduldet",
aber ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele von ihnen sind
Kriegsflüchtlinge, die kein Asyl erhielten, die aber gleichwohl
nicht abgeschoben werden durften. Sobald sich die Situation im
Herkunftsland nach Einschätzung der deutschen Politik ändert,
stehen sie auf den Abschiebungslisten.
Ein Kamerateam des NDR
begleitet Beamte der Ausländerbehörde bei der nächtlichen
Abschiebung, die sich normalerweise hinter den Fenstern anonym
abspielt. Die Menschen haben sich nichts zu Schulden kommen lassen,
dennoch ist ihre Gnadenfrist jetzt vorbei.
In der Zentralen
Ausländerbehörde Hamburg, "Abschnitt für
Rückführungsangelegenheiten", wird entschieden wer
bleiben darf und wer gehen muss. Nach welchen Kriterien urteilen die
Mitarbeiter des Amtes, wie gehen sie mit den Menschen um, über
deren Schicksal sie auf oft dramatische Art mitentscheiden? "Wir
buchen, Sie fluchen - mit freundlicher Unterstützung des
Reisebüros Never-Come-Back-Airlines" - den zynischen Spruch
auf dem Amts-Bildschirm kann jeder lesen.
Nicht nur die
systematische, sondern insbesondere auch die rechtswidrige
Unmenschlichkeit, die in den Behörden Alltag ist, wird hier
deutlich. Ein Versuch öffentlich zu machen, was sich jeden Tag,
jede Nacht mitten in Deutschland abspielt. Abseits des medialen und
politischen Mainstreams.
Die Reportage wurde mit dem
Europäischen CIVIS-Medienpreis 2005 ausgezeichnet und zum Grimme
Preis nominiert.
www.rechtauflegalisierung.de
www.fluchtpunkt-hh.de
www.fluechtlingsrat-berlin.de
Working Man’s Death
Michael
Glawogger/ 2005 / 122 Min. / 35mm
1935
wird der Sowjetische Bergmann Aleksej Stachanov zum Helden der
Arbeit. 102 Tonnen Kohle in einer Schicht - ein nie da gewesener
Rekord. Er wird damit zum Star, zum Helden, zum Politiker und zur
Legende. Eine Stadt im Donbass und eine Bewegung werden nach ihm
benannt, eine riesige Statue wird errichtet. Krasni Lutsch, Ukraine.
Dort, wo einst Stachanov seine Rekorde setzte, arbeiten heute
Tatjana, Valodja und Vassili in einer selbst gegrabenen, nicht mehr
als 40cm hohen Mine. Sie bauen Kohle für den Eigenbedarf ab und
leben von der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie sind die
neuen HELDEN des Donbass.
Ostjava, Indonesien. Pak Agus trägt
seit dreißig Jahren Schwefel vom Krater des Berges Kawa Ijen
ins Tal. Er benutzt dazu zwei mit einer Stange verbundene Körbe,
auf seinen Schultern liegt eine Last von 70 bis 100 Kilo. Da der
Vulkan auch ein beliebtes Ausflugsziel für in- und ausländische
Touristen ist, führt ihn sein täglicher Weg vorbei an
Schaulustigen, die ihn und seine Kollegen bestaunen, befragen,
bewundern und fotografieren. Sie sind wie GEISTER aus einer
vergangenen Zeit. Bunmi Onokoya und seine Kollegen schlachten,
rösten, waschen, häuten, zerteilen, schleppen, handeln,
laufen und schreien von morgens bis mittags. In dieser Zeit werden an
die 350 Ziegen und fast ebenso viele Stiere vom lebenden Tier zum
verkaufsfertigen Fleisch verarbeitet.
Die Arbeiter in Port
Harcourt, Nigeria sind stolz, laut und fröhlich. Schließlich
sind sie dafür verantwortlich, dass ihre Landsleute zu essen
haben. Sie sind selbstbewusst und stark wie LÖWEN. Dawa Khan ist
eigentlich Bauer. Aber in seinem Dorf reichen die Erträge nicht
mehr zum Leben. So arbeitet er in Gaddani, Pakistan. Er und hunderte
Andere zerlegen mit mehr oder weniger bloßen Händen alte
Tankschiffe, verarbeiten den Schrott aus dem Rest der Welt. Mit
strengstem Gottvertrauen und im kollektiven Bewusstsein, dass sie
BRÜDER im Geiste und im Leid sind, begegnen sie der täglichen
Lebensgefahr von Explosionen und herabstürzenden Trümmern.
Doch
die ZUKUNFT findet in China statt. Im Stahlwerk von Anshan in der
Provinz Liaoning glaubt man an den Aufschwung und an ein besseres
Morgen. An das Moderne, an Wissen und Technik statt blinden Einsatz.
An neue Hochöfen mit klingenden Namen wie „Die neue Nummer 1“
und an die eigene Identität. Von Chinesen für
Chinesen.
Bei Duisburg in Deutschland ist man in der Zukunft
schon angekommen. Auch dort wurden die Hochöfen längst
stillgelegt, aber in der Nacht sind sie knallbunt beleuchtet. Grün,
rot, blau und gelb funkelt die riesige Anlage. Darunter verschwindet
der Rost. Einst ein Monument der Arbeit, heute ein Freizeitpark. Und
unter Stachanovs Statue findet noch immer jeden Samstag eine Hochzeit
statt.
http://www.workingmansdeath.com
Verschwindet
körperliche Schwerstarbeit, oder wird sie nur unsichtbar?
Wo
ist sie im 21. Jahrhundert noch zu finden?
Workingman's Death
folgt den Spuren von HELDEN
in die illegalen Minen
der Ukraine, spürt GEISTER
unter den Schwefelarbeitern in Indonesien
auf, begegnet LÖWEN
in einem Schlachthof in Nigeria, bewegt sich unter
BRÜDERN,
die ein riesiges Tankschiff in Pakistan zerschneiden, und hofft
mit
chinesischen Stahlarbeitern auf eine glorreiche ZUKUNFT.
Die
Zukunft ist aber mittlerweile in Deutschland angekommen, wo eine
ehemals wichtige Hochofenanlage in einen Freizeitpark verwandelt
wurde.
»Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum
sichtbar, manchmal
schwer erklärbar, und in vielen Fällen
nicht darstellbar.
Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar,
erklärbar, darstellbar.
Daher denke ich oft: sie ist die
einzig wirkliche Arbeit.«
Michael Glawogger
5 Fabriken – Arbeiterkontrolle in Venezuela
Regie:
Dario Azzellini / Oliver Ressler, D / Venezuela 2006, Doku, 81 Min.
In
ihrem nach „Venezuela von unten“ (67 Min., 2004) zweiten Film
über die politischen und sozialen Veränderungen in
Venezuela richten Azzellini und Ressler in „5 Fabriken –
Arbeiterkontrolle in Venezuela“ den Fokus auf den industriellen
Sektor. Die Veränderungen im Produktionsbereich Venezuelas
werden anhand von fünf Großunternehmen in
unterschiedlichen Regionen dargestellt: eine Aluminiumhütte, ein
Textilunternehmen, eine Tomatenfabrik, eine Kakaofabrik und eine
Papierfabrik. Von den Beschäftigten erkämpft und durch
Kredite der Regierung unterstützt, breiten sich in Venezuela
verschiedene Formen der Mit- und Selbstverwaltung aus. „Die
Versammlung ist praktisch der Chef des Unternehmens“, erklärt
Rigoberto López von der Textilfabrik „Textileros del
Táchira“ in San Cristóbal vor dampfenden Wannen. Und
die Spulmaschinenarbeiterin Carmen Ortíz fasst die Erfahrung
so zusammen: „In der Kooperative zu arbeiten ist viel besser, als
für andere zu arbeiten, denn das ist wie ein Sklave der anderen
zu sein.“
Die in den fünf Fabriken an den
Produktionsorten aufgenommen ProtagonistInnen geben Einblicke in
alternative Organisationsweisen und Modelle von Arbeiterkontrolle.
Die Mechanismen und Schwierigkeiten der Selbstverwaltung werden
ebenso geschildert wie die profanen Abläufe der Produktion. Die
abgebildeten maschinellen Arbeitsprozesse könnten als Metapher
für die Wunschmaschine „bolivarianischer Prozess“ gelesen
werden und die Hoffnungen und Sehnsüchte, die dieser bei den
ArbeiterInnen weckt.
Die
Situation in den fünf Fabriken ist unterschiedlich, gemeinsam
ist die Suche nach besseren Produktions- und Lebensmodellen. Dabei
stehen nicht nur konkrete Verbesserungen für die ArbeiterInnen
im Vordergrund. Aury Arocha, Laboranalystin der Ketchup-Fabrik
„Tomates Guárico“, betont, der Unterschied von
„Unternehmen sozialer Produktion“ zu kapitalistischen Unternehmen
bestehe darin, dass die Kooperativen „für die Gemeinschaft
arbeiten, im Sinne der Gesellschaft arbeiten.“ Und Carlos Lanz,
Präsident der zweitgrößten Aluminiumfabrik
Venezuelas, Alcasa, formuliert als Schlüsselfrage: „Wie macht
ein Unternehmen im Rahmen des Kapitalismus Druck in Richtung
Sozialismus?“
Der
Film schließt mit einer längeren Sequenz aus einer
Leitungssitzung von Alcasa, in der Diskussionen über die
praktizierte Mitverwaltung in dem 2.700 ArbeiterInnen zählenden
Unternehmen und die angestrebten Veränderungen der
Produktionsverhältnisse geführt werden.
www.azzellini.net
BEATBOX COLOMBIA
Ein Dokumentarfilm von Dirk Lienig
SYNOPSIS
Sie nennen sich „Ghettos Clan“, „Topomental“, oder „Operando“. Sie
sind zwischen 19 und 29 Jahre alt. Ihre Leidenschaft ist Musik, Rapmusik. Ihre Heimat sind die Ghettos von Bogota und Cali, den größten Städten Kolumbiens. Diese Orte sind Brennpunkte eines der gefährlichsten Länder der Welt. „BEATBOX COLOMBIA“ begleitet junge Musiker, die in ihrem Sprechgesang von ihrem Alltag
erzählen: vom Bürgerkrieg, der Gewalt auf den Straßen, korrupten Politikern, den Ursachen des Konflikts, den Drogen, von Freunden, die nie wieder auftauchten, und vom Willen, trotz allem etwas zu verändern.
Gedreht ist der Film auf 8 mm und DVCAM, Flashanimationen sind eingearbeitet.
Einige Szenen wurden von den Protagonisten selbst gestaltet. Einen Tag lang gaben wir die Kameras aus
der Hand, zogen uns zurück und überließen die Beobachtung den Musikern.